World of Genres: Fantasy – zwischen Magie, Mystischen Wesen und atemberaubenden Welten

Fantasy erklärt – Definition, Beispiele und Besonderheiten im Lektorat


Fantasy gehört zu den beliebtesten und vielseitigsten Buchgenres überhaupt. Von epischen Schlachten über magische Akademien bis hin zu düsteren Königreichen voller Intrigen, im Bereich Fantasy wird viel geboten. Vor allem aber steckt das Genre voller Möglichkeiten, die einen bis weit über die Grenzen der eigenen Realität reisen lassen.

Doch was genau macht ein Fantasy-Buch aus? Welche Subgenres gibt es? Und worauf sollte beim Schreiben und Lektorieren von Fantasy besonders geachtet werden?

Fantasy ist ein Genre, das fantastische Elemente enthält, die in der realen Welt in der Regel nicht existieren. Dazu gehören beispielsweise Magie, Drachen, übernatürliche Wesen oder komplett erfundene Welten mit eigenen Regeln, Kulturen und Sprachen.

Fantasy ermöglicht es Autor*innen, gesellschaftliche Themen, persönliche Konflikte oder moralische Fragen in einem völlig neuen Kontext zu betrachten. Gleichzeitig lädt das Genre dazu ein, in vollkommen fremde Welten einzutauchen und die Realität, wie wir sie kennen, für einige Stunden hinter sich zu lassen. Klingt doch reizvoll, oder? 😀

Typische Merkmale der Fantasy

Auch wenn Fantasy unglaublich vielfältig und damit nur schwer in groben Zügen zusammenzufassen ist, gibt es doch einige Merkmale, die häufig in Fantasy-Geschichten anzutreffen sind:

  • Magische oder übernatürliche Elemente
  • Eigene Welten oder alternative Versionen unserer Realität
  • Fantastische Kreaturen und mystische Wesen wie z. B. Drachen, Elfen, Dämonen oder auch eigens erschaffene Völker oftmals mit speziellen Fähigkeiten
  • Heldenreisen und große Abenteuer
  • Konflikte zwischen unterschiedlichen Mächten oder Weltanschauungen
  • Umfangreiches World Building


Natürlich muss nicht jedes Fantasy-Buch all diese Punkte erfüllen. Gerade die moderne Fantasy entwickelt sich ständig weiter und kombiniert oft Elemente anderer Genres oder versucht, die klassischen Merkmale bewusst zu brechen, z. B. in der Genre-Bewegung New Weird (bewusste Mischung von Genres, meist mit Horror, Sci-Fi) oder in Form von Grim Dark (kein klassisch Gut gegen Böse) oder Subversive Fantasy (bewusster Bruch mit Merkmalen, wie z. B. der/die Auserwählte, der/die nicht die Welt rettet, sondern ihren Untergang herbeiführt).

Bild von Stefan Keller auf Pixabay


Unterarten der Fantasy
(Subgenres)

Das Fantasy-Genre ist unglaublich vielseitig und lässt sich in so einige Subgenres unterteilen. Im Folgenden findet ihr einen groben Überblick über die aktuell beliebtesten Unterarten:

  • High Fantasy
    Erzählt die Geschichte überwiegend in einer vollständig eigenständigen, detailliert ausgearbeiteten Welt, in der Magie und fantastische Elemente selbstverständlich zur Welt gehören.
    Beispiel: George R.R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer
  • Urban Fantasy
    Verbindet Fantasy-Elemente mit einer modernen Umgebung, wo Magie oft verborgen neben dem Alltag existiert.
    Beispiel: Cassandra Claire – City of Bones
  • Dark Fantasy
    Kombiniert Fantasy-Elemente mit düsteren, oft horrorähnlichen Elementen, wobei moralische Grauzonen, Gewalt und bedrohliche Welten häufig im Mittelpunkt stehen.
    Beispiel: Andrzej Sapkowski – The Witcher
  • Romantasy
    Verbindet Fantasy-Elemente sowie eine fantastische Welt mit einer zentralen Liebesgeschichte, wobei die romantische Beziehung der Figuren einen wesentlichen Teil der Handlung ausmacht.
    Beispiel: Rebecca Yarros – Fourth Wing
  • Portal Fantasy
    Erzählt von Figuren, die aus ihrer vertrauten Welt durch ein Portal oder einen anderen Übergang in eine fremde, fantastische Welt gelangen.
    Beispiel: C. S. Lewis – Die Chroniken von Narnia
  • Cozy Fantasy
    Erzählt fantastische Geschichten mit einer warmen, gemütlichen Atmosphäre, bei denen Gemeinschaft, Alltag und zwischenmenschliche Beziehungen wichtiger sind als große Schlachten oder die Rettung der Welt.
    Beispiel: Travis Baldree – Legends and Lattes

Übrigens:

Subgenres lassen sich immer auch miteinander kombinieren, was gerade im Bereich Fantasy gern genutzt wird. So kann ein Roman beispielsweise gleichzeitig Romantasy und Dark Fantasy oder Cozy Fantasy und Urban Fantasy sein.

Bild von Dorothe Wouters auf Pixabay

Besonderheiten beim Lektorat von Fantasy-Romanen

Fantasy bietet Autor*innen enorme kreative Freiheit – und genau darin liegt oft auch die größte Herausforderung.

Während in vielen anderen Genres die reale Welt als Orientierung dient, müssen Fantasy-Autor*innen ihre Welten entweder von Grund auf erschaffen oder aber bestimmte Fantasy-Elemente authentisch etablieren. Dadurch entstehen zahlreiche Aspekte, die im Lektorat besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Besonderes Augenmerk liegt auf:

  • Konsistentes World Building
    Wie funktioniert die Welt und welche Regeln gelten für sie? Im Lektorat achte ich darauf, dass diese Regeln nachvollziehbar und vor allem konsistent bleiben.
  • Authentisches Magiesystem
    Wie funktioniert die Magie in der Welt? Wie wirkt sie und wie wird sie auf der anderen Seite beschränkt? Zeigt sie sich in alltäglichen Abläufen innerhalb der Welt? Hier geht es darum, die Magie so zu integrieren, dass sie sich wie ein echter Teil der Welt anfühlt.
  • Verständliche Informationsvermittlung
    Fantasy-Welten sind oft komplex, da neigt man schnell dazu, ins Info-Dumping zu verfallen und zu viele Informationen auf einmal vermitteln zu wollen. Dies kann Leser*innen schnell überfordern. Im Lektorat prüfe ich daher, ob World Building, Handlung und Figurenentwicklung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen und Informationen dort auftauchen, wo sie tatsächlich benötigt werden.
  • Glaubwürdige Figuren
    Auch Fantasy-Geschichten reißen Leser*innen in der Regel erst mit, wenn die Figuren lebendig wirken. Ihre Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein, ihre Ziele klar und ihre Entwicklung überzeugend.
  • Namensgebung und Begriffe
    Fantasy-Romane enthalten häufig zahlreiche Eigennamen für Orte, Völker, Magiesysteme, Gegenstände und vieles mehr. Im Lektorat achte ich darauf, dass diese Begriffe einheitlich verwendet werden und keine Missverständnisse bei Leser*innen entstehen.

Eine Auswahl an Fantasy-Romanen

Hier findet ihr eine kleine Auswahl an bekannten Fantasy-Romanen, wie auch einigen Geheimtipps:

  • Der Herr der Ringe – J. R. R. Tolkien
  • Die Chroniken von Narnia – C. S. Lewis Martin
  • Wo die Götter leben – Catherine H. Arnett
  • Shadow and Bone – Leigh Bardugo
  • Das Lied von Eis und Feuer – George R. R.
  • Eragon – Christopher Paolini
  • Fourth Wing – Rebecca Yarros
  • Die Hüterin der Drachen – Robin Hobb
  • Throne of Glass – Sarah J. Maas
  • Rivers of London – Ben Aaronovitch

Warum Fantasy begeistert & sich der Blick von außen besonders lohnt

Fantasy erlaubt es uns, die Grenzen der Realität hinter uns zu lassen. Sie schenkt uns Abenteuer, Hoffnung, Magie und manchmal auch einen neuen Blick auf unsere eigene Welt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum Leser*innen immer wieder zu Fantasy-Romanen greifen: Hinter jeder Seite könnte eine neue Welt darauf warten, entdeckt zu werden<3

Darüber hinaus schenkt Fantasy Autor*innen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten und gehört gleichzeitig zu den anspruchsvollsten Genres überhaupt. Komplexe Welten, ausgefeilte Magiesysteme und zahlreiche Figuren wollen nicht nur erschaffen, sondern auch verständlich und konsistent umgesetzt werden.

Gerade deshalb lohnt sich der Blick von außen. Ein professionelles Lektorat hilft dir, Logiklücken aufzuspüren, das World Building zu schärfen, Figurenentwicklungen zu stärken und die Geschichte für Leser*innen noch fesselnder zu gestalten 🙂

Du arbeitest aktuell an einem Fantasy-Manuskript und möchtest wissen, wie dein World Building, deine Charaktere oder dein Spannungsbogen auf potenzielle Leser*innen wirken und an welchen Stellen du noch mehr Ausdruckskraft herausholen kannst? Dann unterstütze ich dich gern dabei, das volle Potenzial deiner Geschichte auszuschöpfen!

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In der nächsten Ausgabe von World of Genres werfen wir einen Blick auf ein weiteres Genre, dessen Facetten, Besonderheiten und Herausforderungen im Lektorat.

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