Hach ja, meine Liebe zur Dystopie, sie geht tief und das auf so vielen Ebenen.🥹
Nicht nur, dass mich eine ganz bestimmte Trilogie zurück in die große, weite Bücherwelt gebracht hat, mit dieser Dystopie-Reihe hat auch meine eigene Schreibreise so richtig Fahrt aufgenommen.
Aber spulen wir erst einmal ein bisschen zurück, so zwölf, dreizehn Jahre ungefähr.☝️
Wir haben 2012, alles dreht sich um die kommenden Abi-Prüfungen und wie es danach weiter geht. Ein Jahr des Aufbruchs, der Unsicherheiten und allgemeiner Panik sozusagen.😂 Damals habe ich viel (und ich meine wirklich viel) Zeit auf YouTube verbracht, habe selbst Fanvideos (kennt noch jemand den Begriff Vidding?) gebastelt sowie meine allgemeine Film- und Serienliebe dort ausgelebt.

Foto von Elin Melaas auf Unsplash
Und dann stolpere ich plötzlich über diesen Filmtrailer, in dem ein Mädchen zusammen mit anderen Jugendlichen in eine Arena gesteckt wird, mit dem Ziel, dass am Ende nur einer lebend rauskommt. Oh, und das Ganze wird natürlich auch noch als eine Art Fernsehshow aufgezogen, wäre ja sonst langweilig.
Na, erkannt? Genau, ich rede von The Hunger Games oder im deutschsprachigen Raum Die Tribute von Panem. Ich kann nicht sagen, was es genau war, aber dieser Trailer hat mich sofort gefesselt und schwups war ich drin im Rabbithole.🫣 Und zwar so richtig. So sehr, dass ich dem Ruf der Community gefolgt bin und die Bücher gelesen habe.🙌
Ich hatte zwar auch als Kind immer schon gerne gelesen, war aber keine Bücherratte, wie man so schön sagt. Das hat sich mit der Panem-Reihe verdammt schnell geändert. Ich erinnere mich noch ganz genau an den zweiwöchigen Italien-Urlaub nach den Abi-Prüfungen und dass ich Band 1 auf der Fahrt dorthin förmlich verschlungen habe. Band 2 war glücklicherweise auch direkt mit im Koffer gelandet.
Nachdem ich dann im Herbst 2012 auch endlich den Film gesehen hatte, wusste ich genau: Ich liebe diese düsteren Geschichten, diese vom Leben gezeichneten Figuren, die sich am Ende zusammenrotten, um sich gegen die Mächte zu stellen, die sie unterdrücken. Ich gebe zu, ich habe schon immer eine Schwäche für Tragik, Drama, Schmerz, aber auch Hoffnung und Kämpfergeist gehabt, und all das wurde mit der Panem-Trilogie bedient. Und das Beste daran?☝️ Die Reihe hat einen regelrechten Dystopie-Hype losgetreten, sodass es die kommenden Jahre immer genügend Lesestoff für mich gab. The Maze Runner (James Dashner), Divergent (Veronica Roth), Legend (Marie Lu), Shatter Me (Tahereh Mafi), Unwind (Neal Shusterman), Die fünfte Welle (Rick Yancey) und so weiter. Es gab gefühlt monatlich neue Werke, besonders im YA-Bereich und ich habe sie alle geliebt (wenn auch einige mehr als andere).
Doch dann wurde es nach und nach ruhiger. Die Buch- und Filmwelt hatte scheinbar genug von Rebellionen und düsteren, verfallenen Settings.🤔 Der Markt war schlichtweg gesättigt und dystopische Geschichten wurden immer rarer. Eine Trendverschiebung in Richtung Fantasy (ins. Romantasy) und auch Romance allgemein (besonders im YA & NA Bereich) ist deutlich geworden, und wenn man verschiedene Diskussionen dazu auf Social Media beobachtet, fühlen sich offenbar viele Leser*innen vermehrt zu schönen, leicht zugänglichen Geschichten hingezogen. Möglicherweise kratzen dystopische Themen/Settings heutzutage auch für einige zu sehr an der Realität.🤔

Obwohl die Gründe für den Rückgang durchaus verständlich sind, finde ich es unfassbar schade, dass Dystopien weiterhin auf dem Rücklauf sind. Sie bieten so viel Potenzial, Welten zu erschaffen, zu berühren, zu schockieren, zu fesseln, nachdenklich zu stimmen und dabei noch lange im Gedächtnis zu bleiben. Viele glauben, dystopische Geschichten hätten auf dem Markt eh keine Chance mehr, ich sehe es eher so, dass sie den Markt mal wieder etwas aufrütteln und abwechslungsreicher gestalten könnten.💪
Und ich bin auch überzeugt, dass es da draußen immer noch genug Menschen wie mich gibt, die sehnlichst auf das nächste dystopische Abenteuer warten, deswegen bleibt nur zu sagen: Traut euch! Schreibt Dystopie, egal was irgendwelche Trends sagen.😌🍀
Schreibe einen Kommentar