Warum Lob im Lektorat so wichtig ist

Es ist soweit

Die Rohfassung deines Manuskripts ist beendet, du hast es ein–, vielleicht auch zwei- oder dreimal überarbeitet, um letzte Anpassungen vorzunehmen, bist mit dem Ergebnis vorerst zufrieden oder spürst, dass es irgendwo hakt, weißt aber nicht, wo du ansetzen sollst. So oder so ist klar, es wird Zeit für den nächsten Schritt.💪

Foto von Clem Onojeghuo auf Unsplash

Ein Schritt, der manchmal auch etwas Überwindung kostet, denn Fakt ist, irgendwann sind wir an dem Punkt, an dem der eigene Autor*innenblick nicht mehr ausreicht oder auch: Die Berufsblindheit setzt ein. Und glaub mir, ich weiß, wie scary das sein kann. Ich erinnere mich nämlich noch gut daran, wie aufgeregt ich war, als ich das erste Mal Feedback von einer außenstehenden Person zu einem meiner Schreibprojekte bekommen habe. Auch heute klopft mir noch regelmäßig das Herz, wenn Testlesefeedback eintrudelt – und ich bin mir fast sicher, dass das auch nie wirklich weggehen wird.😄

Im professionellen Lektorat ist der Blick im Vergleich zum Testlesefeedback allerdings noch mal ein anderer – als Lektorin schaue ich um einiges zielgerichteter und ja, auch kritischer auf dein Manuskript. Genau so sollte es aber auch sein, denn es gilt, das Beste aus deinem Herzensprojekt herauszuholen. Dafür muss zwangsläufig auch an unangenehmen Stellen gebohrt werden, damit am Ende alles schlüssig zusammenlaufen kann. Allerdings ist es neben den Dingen, die geschliffen werden können, auch die hervorzuheben, die bereits großartig eingearbeitet sind🙌

Das Schreiben ist immerhin ein intensiver, oft sehr persönlicher Prozess. Viele wertvolle Stunden fließen in die Entwicklung von Charakteren, Handlungssträngen, treffenden Formulierungen und und und. Es steckt harte, oftmals kräftezehrende Arbeit hinter jeder Szenenbeschreibung, jedem Dialog, jedem Absatz etc. – Arbeit, die es verdient hat, wertgeschätzt zu werden!🥰

Warum ist Lob im Lektorat also so wichtig?

1. Lob als Anerkennung für deine Mühe

Das Schreiben eines Buches ist ein Prozess, der viel Ausdauer und Hingabe erfordert. Als Lektorin möchte ich dir nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern dir auch den Rücken stärken und dir vor allem auch deine Stärken aufzeigen.🌟Außerdem kannst du sicher sein: Die investierte Zeit und Energie, die du in dein Buchbaby gesteckt hast, sind ein wesentlicher Bestandteil davon, dass du es überhaupt bis hierhin geschafft hast. Deine Mühen werden sich definitiv auszahlen!

Foto von Ian Schneider auf Unsplash

2. Lob stärkt das Selbstvertrauen

Selbstzweifel sind ein ständiger Begleiter vieler Autor*innen. Sie fragen sich, ob ihre Geschichte gut genug ist, ob die Charaktere wirklich lebendig wirken oder ob die Erzählweise stimmig ist. Na, kommt dir das vielleicht bekannt vor? Sei dir sicher, du bist nicht allein damit.🫶

Ehrliches und wohlwollendes Lob im Lektorat ist wichtig, denn es kann genau in diesen Momenten helfen und dir zeigen, dass du auf dem richtigen Weg bist. Mir ist es wichtig, dein Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten als Autor*in zu stärken, denn glaub mir, jede*r hat Stärken, es gilt sie nur zu finden.☺️

Foto von Aurora Fox auf Unsplash

3. Lob fördert die kreative Entfaltung

Wenn du weißt, dass ein bestimmter Twist deiner Geschichte besonders gut funktioniert, die Entwicklung einer Figur clever ausgearbeitet ist oder eine Szene starke Emotionen weckt, zeigt dir das, dass deine kreativen Entscheidungen genau so ankommen, wie du es beabsichtigt hast. Und sei ehrlich, ist es nicht einfach nur ein großartiges Gefühl, wenn jemand deine Geschichte und Figuren genau so wahrnimmt, wie du es geplant hast?🥹

Schrift auf einer grauen Wand mit den Worten "Gel the Creativity flowing"
Foto von Tim Mossholder auf Unsplash

4. Lob als Ansporn

Lob ist in jeglicher Hinsicht immer auch eine Motivation. Sobald du weißt, wo die Stärken deines Textes liegen, kannst du sie erst so richtig für dich nutzen und gegebenenfalls sogar ausbauen. Quasi eine Art positiver Rückkopplungseffekt, der dich in deinem Schaffensprozess unterstützen und dich zu neuen Höhen führen kann.💪

Kreidetext auf Straße mit den Worten "You got this"
Foto von sydney Rae auf Unsplash

Fazit

Lob im Lektorat ist deswegen so wichtig, weil es weit mehr als nur eine nette Geste ist. Es ist ein bedeutender Motivationsfaktor, eine Quelle des Selbstvertrauens und eine wertvolle Bestätigung für die kreative Leistung der Autor*innen, der wir Lektor*innen uns bei jeder Gelegenheit bedienen sollten. Ehrliches Lob hilft enorm, die Reise der eigenen Geschichte mit neuem Elan fortzusetzen sowie die eigenen Fähigkeiten besser zu verstehen. Kreatives Potenzial wird gefördert und harte Arbeit wertgeschätzt, denn im Lektorat geht es nicht nur darum, „Fehler“ aufzuzeigen, sondern gemeinsam einen funkelnden Diamanten zu erschaffen.🌟

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